Seelenwanderung auf dem Johannesweg Mai 2015 – Ein Rückblick

Vielleicht kennst Du das: Die Seele drängt. Du brauchst Ruhe, der letzte Urlaub ist viel zu lang her, aber so richtig erholsam war der ja auch nicht. Puuuh! Der Alltag steckt Dir in den Knochen, Du müsstest dringend mal abschalten. Aber wie? Wir sind den Johannesweg gegangen. Nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal so:

Wir waren zu viert, zugegeben, keine große Gruppe, aber das wollten wir ja eh nicht. Schließlich ist uns wichtig, Zeit füreinander zu haben, die Menschen, die wir begleiten, sollen sich ja wohl fühlen und nicht als eine(r) unter vielen dem Leithammel hinterher trotten. Achtsamkeit auch hier. Die Regeln sind klar: Das Handy bleibt aus und ganz gleich wo Du arbeitest und/oder was Dein Beruf ist: Am Abend vor dem Abmarsch wird darüber für vier Tage zum letzten Mal gesprochen.

Überhaupt ist Achtsamkeit das Gebot der Stunde und auch, wenn uns die Sonne an diesen Tagen eher im Stich gelassen hat, waren wir nie frustriert und nie konnte uns der Regen in einer Form etwas anhaben. Unser Motto: #BeiSchönemWetterKannJederWandern Und ein Gutes hatte das Wetter allemal: Wir hatten den Johannesweg praktisch für uns. Und ich bin ehrlich: Bei 20°C zu wandern ist allemal angenehmer, als bei 30° – auch, wenn es hin und wieder vom Himmel getropft hat.

Das Mühlviertel erstreckte sich vor uns und zeigte sich durch aufsteigenden Nebel von seiner mystischen Seite. Der Weg selbst ist ein Spiegel des Lebens: Es geht mal steil bergauf, dann gemütlich so vor sich hin, bevor es dann auch mal talwärts geht.

Viel Zeit bleibt Dir auf diesem Weg, Deine Gedanken einfach treiben zu lassen, die Seele durchatmen zu lassen und einfach auch mal schweigend in das Wechselspiel der Farben des Wonnemonats Mai einzutauchen. Der dort noch allgegenwärtige Flieder betörte uns alle gleichermassen mit seinem Duft und mir scheint, die vielen verschiedenen Rhododendren, die den Wegesrand säumen habe ich in ihrer Farbenpracht so noch nirgends gesehen.

Er kann anstrengend sein, der Johannesweg – auch hier ist er ein Spiegel des Lebens. Immer wieder stellte er uns auch dieses Mal vor Herausforderungen, brachte uns an unsere Grenzen, körperlich, wie geistig, nur, um uns dann wieder mit einer herrlichen Aussicht oder der Gastlichkeit der Mühlviertler Gastronomen zu belohnen.

Abends waren wir müde – angenehm müde, nie erschöpft, nie genervt, nie frustriert. Das macht den Unterschied zum Alltag aus. Hier auf dem Johannesweg brennst Du nicht aus, ja, selbst in der körperlichen Anstrengung schöpfst Du Kraft und – wenn Du Dir dessen bewusst wirst – beim Ausatmen lässt Du los. Hier werden Veränderungsprozesse angestoßen, hier ordnen sich Deine Gedanken. Schon in der Tatsache, dass Du mit dem Rucksack von Ort zu Ort ziehst, liegt der Zauber des Wesentlichen. Kein unnützer Ballast wird mitgenommen – wozu auch? Das ist etwas, was uns der Pilgerweg lehrt: Lass los! Trenn Dich von zu viel Ballast! Konzentrier Dich auf das Wesentliche. Und siehe da – es geht auch!

Wie wir erlebt haben, ist das bewusste Ausatmen dessen, was Dir auf der Seele liegt oftmals auch ein Motor, der Dich wie mit Siebenmeilenstiefeln auch die heftigste Steigung bezwingen lässt.

Wir wünschen uns, dass diese Lehre des Johannesweges uns allen erhalten bleibt und stets gegenwärtig ist.

Vier Tage waren wir eingetaucht in die Natur, sind durch Wälder, über Wiesen und Felder gewandert, vorbei an eindrucksvollen Felsformationen, haben Gastfreundschaft und gutes Essen genossen. Wir haben uns selbst bezwungen und besser kennengelernt, wir haben Wissen & Weisheit geteilt, wir haben Ruhe & Frieden in uns selbst gefunden und Schweigen nicht als etwas Störendes wahrgenommen. Wir haben zugehört und wir haben hingehört, wir sind leichter und freier von diesem Weg zurückgekehrt.

Und genauso sollte es ja auch sein…

P.S. Wer Lust hat, uns auch einmal auf dieser Wanderung zu begleiten, im Herbst hast Du die Möglichkeit dazu. Genaue Termine geben wir rechtzeitig bekannt.

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4 Antworten zu Seelenwanderung auf dem Johannesweg Mai 2015 – Ein Rückblick

  1. Ma, mit dem Wetter habts aber schön viel Pech gehabt! Wie schade!

    Vielleicht bin ich im Herbst fit genug.

    lg
    Maria

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    • stefantrumpf schreibt:

      Liebe Maria,
      wir hätten es viel schlimmer treffen können. Es hat ab und zu genieselt und ein Bisschen geregnet, aber nie so schlimm, dass wir wirklich nass geworden wären.
      Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung – oder so! 😉
      Der Freude am Wandern und dem „Ergebnis“ hat jedenfalls das Wetter nichts anhaben können.
      Es wäre toll, Dich im Herbst dabei zu haben!
      Herzliche Grüße,
      Stefan

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  2. Nini schreibt:

    Das Wetter war für mich gar kein Thema…ich habe mich so darauf gefreut für mich war ganz klar, gehen egal bei welchem Wetter 🙂 vielen Dank

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